Heimatkreis Rummelsburg in Pommern



Versin

 

Aktuelles:

Im Frühjahr 2017 (Mitte Mai) ist geplant, auf dem Versiner Dorffriedhof einen Gedenkstein einzuweihen, der an die früheren Einwohner (vor 1945) erinnert, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Die Einweihung findet im Rahmen einer Gedenkfeier statt, zu der die örtlichen Geistlichen der katholischen und polnischen Kirchengemeinde aus Alt Kolziglow und Stolp eingeladen werden sollen. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, jedoch noch nicht abgeschlossen. Diese Feierlichkeit soll möglichst  im Rahmen einer Busreise des Heimatkreises Rummelsburg in die Heimat eingebunden werden. Nach der Einweihung treffen sich die Teilnehmer im Kulturhaus von Versin zu einem Gedankenaustausch mit den heutigen polnischen Bewohnern des Dorfes. Wir sind dankbar darüber, dass diese deutsch-polnische Feier in unserem Heimatort stattfinden kann.





Ausschnitt aus dem Meßtischblatt 1:25.000 Nr. 1669 Gr. Dübsow
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

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Ausschnitt aus dem Meßtischblatt 1:25.000 Nr. 1769 Alt Kolziglow
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

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Allgemeines:
Versin war eine Landgemeinde im östlichen Kreis Rummelsburg. Das Gut Versin war einer der wenigen Besitze, die bis 1945 ununterbrochen in demselben Stamme weitervererbt wurden und auch niemals auf Zeit veräußert worden ist. Es liegt, wie schon Brüggemann schreibt,  in einer anmutigen Gegend. Im Norden grenzt es an den Kreis Stolp. Auch gehörte es bis in die Neuzeit zur Stolper Synode, zuletzt jedoch zum Sprengel Treblin im Kirchenkreis Bütow. Die Stolper Synode wurde vom 16. bis ins 18. Jahrhundert eingeteilt nach ihrer sprachlichen Eigenart in einen Kaschubischen und in einen Deutschen District. Versin, das zu Alt Kolziglow eingepfarrt war, gehörte zum Kaschubischen oder Wendischen District. Unter dem Pastor Christian Fedorowitz (1689-1714) fand damals im Kirchspiel die deutsche Sprache zuerst Eingang in den Schulen, da bis zu seiner Zeit die polnische (!) alleine gelehrt wurde. Erst 1744 wurde unter seinem Nachfolger Pastor Nikolaus Freser durch einen einstimmigen Beschluß die kassubische Predigt für diese Gemeinde auf immer aufgehoben, nachdem dazu eine königliche Verordnung ergangen war. Aber vermutlich gab es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Gegend von Versin weiterhin den kaschubischen Sprachgebrauch. Das alte Versin vor 1945 wird hier dargestellt. Im Jahre 1930 wurde das Versiner Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges eingeweiht. 25 Gefallene sind im 1. Weltkrieg und 26 im 2. Weltkrieg zu beklagen.

 


Wohnorte: Alt Johannishof, Buchenhof (früher Grabowo), Merino, Versin, Versin Ziegelei, Versiner Mühle

Lage: Auf der topographischen Karte 1:25.000 Blatt Nr. 1669 und 1769

Einwohner 1939: Zahl der Haushaltungen: 123
                            Gesamtbevölkerung: 604
Familien[1]: Böhlke, Bussjahn. Darkartz (Kolonialwaren), Dombrowe, Flick (Schuhmacher), Franzke (Kolonialwaren), Glewwe, Heydebrück, Krause, Krossbart, Paul Lull I, Paul Lull II, Paul Lull III, Paul Lull IV, Marske, Meinke, Moldenhauer, Pagel (Gastwirtschaft), Pfeifer, Pflug, v. Puttkamer, Raddatz, Schwarz (Bürgermeister), Sigmund (Lehrer), Wegner, Wolf (Kornmühle), Zessin, Zielke, Zoldan.

Früherer kaschubischer Name: Werzno

poln. Ortsname: Wierzyno

Das Dorf

Ausschnitt aus dem Meßtischblatt 1:25.000 Nr. 1769 Alt Kolziglow
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

 


Verwaltungseinteilung:

Kreis: Rummelsburg

Regierungsbezirk: Köslin

Amtsbezirk: Barnow

Standesamt: Barnow

Kirchspiel: Alt Kolziglow


Geschichtliches:
Versin gehörte mit zu den ältesten Besitzungen der Familie von Puttkamer. Ganz früher gehörte es zum Barnower Gebiet, von dem es später losgelöst wurde und mit Sellin und Berg Sellin einen neuen Besitzkreis bildete. Die Gründung des Dorfes dürfte Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgt sein. Für das Jahr 1717 ist neben einer Schmiede und einer Schäferei auch eine Wassermühle nachgewiesen. Auf der Feldmark waren die Vorwerke Grabow (zuletzt umbenannt in Buchenhof)und Johannishof entstanden. Die Regulierung der gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisse erfolgte 1826, an der 10 Bauern und 7 Kossäten teilnehmen. Die Ablösung der Restlasten geschah im Jahre 1852. Die Gemeinheitsteilung 1855 hatte 9 Bauern, 2 Halbbauern, 6 Kossäten, 2 Halbkossäten und 6 Parzellenbesitzer. Neben dem Vorwerk Johanneshof wurde ein neues Vorwerk Neu Johanneshof angelegt, das aber später wieder eingegangen ist.
Gegen Ende des 2. Weltkrieges kam es zu einigen Gebäudeschäden, insbesondere das v. Puttkamersche Herrenhaus wurde durch Feuer zerstört.


Kirchenbücher und Standesamtsunterlagen:
Kirchenbücher: siehe Alt Kolziglow
Personenstandsregister: siehe Barnow


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Erstellt von Jürgen Lux - Letzte Aktualisierung: 20.11.2016



[1] Angabe von Wilhelm Lull (2016)