Am 13. Mai 2017 fand in Versin
um 14 Uhr die Einweihung eines Gedenksteines auf dem ehemaligen Dorffriedhof
statt. Dieser erinnert an die die früheren Einwohner (vor 1945), die hier ihre
letzte Ruhestätte fanden. 

Allgemeines:
Versin war eine Landgemeinde im östlichen Kreis
Rummelsburg. Das Gut Versin
war einer der wenigen Besitze, die bis 1945 ununterbrochen in demselben Stamme
weitervererbt wurden und auch niemals auf Zeit veräußert worden ist. Es liegt,
wie schon Brüggemann schreibt, in einer anmutigen Gegend. Im Norden grenzt
es an den Kreis Stolp. Auch gehörte es bis in die Neuzeit zur Stolper Synode,
zuletzt jedoch zum Sprengel Treblin im Kirchenkreis
Bütow. Die Stolper Synode wurde vom 16. bis ins 18. Jahrhundert eingeteilt nach
ihrer sprachlichen Eigenart in einen Kaschubischen und in einen Deutschen District. Versin, das zu Alt Kolziglow eingepfarrt war, gehörte zum Kaschubischen oder
Wendischen District. Unter dem Pastor Christian
Fedorowitz (1689-1714) fand damals im Kirchspiel die deutsche Sprache zuerst
Eingang in den Schulen, da bis zu seiner Zeit die polnische (!) alleine gelehrt
wurde. Erst 1744 wurde unter seinem Nachfolger Pastor Nikolaus Freser durch
einen einstimmigen Beschluß die kassubische Predigt
für diese Gemeinde auf immer aufgehoben, nachdem dazu eine königliche
Verordnung ergangen war. Aber vermutlich gab es in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts in der Gegend von Versin weiterhin den
kaschubischen Sprachgebrauch. Das alte Versin vor 1945 wird hier
dargestellt. Im Jahre 1930 wurde das Versiner Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen des
1. Weltkrieges eingeweiht. 25 Gefallene sind im 1. Weltkrieg und 26 im 2.
Weltkrieg zu beklagen.
Wohnorte: Alt Johannishof, Buchenhof (früher Grabowo), Merino, Versin, Versin Ziegelei, Versiner Mühle
Lage: Auf der topographischen Karte 1:25.000 Blatt Nr. 1669 und 1769
Einwohner 1939: Zahl der Haushaltungen: 123
Gesamtbevölkerung: 604
Familien[1]:
Böhlke, Bussjahn. Darkartz
(Kolonialwaren), Dombrowe, Flick (Schuhmacher),
Franzke (Kolonialwaren), Glewwe, Heydebrück, Krause, Krossbart, Paul Lull I, Paul Lull II, Paul Lull III, Paul
Lull IV, Marske, Meinke, Moldenhauer, Pagel (Gastwirtschaft), Pfeifer, Pflug,
v. Puttkamer, Raddatz, Schwarz (Bürgermeister), Sigmund (Lehrer), Wegner, Wolf
(Kornmühle), Zessin, Zielke, Zoldan.
Früherer kaschubischer Name: Werzno
poln. Ortsname: Wierzyno

Verwaltungseinteilung:
Kreis: Rummelsburg
Regierungsbezirk: Köslin
Amtsbezirk: Barnow
Standesamt: Barnow
Kirchspiel: Alt Kolziglow
Geschichtliches:
Versin gehörte mit zu den ältesten Besitzungen der Familie von Puttkamer. Ganz früher
gehörte es zum Barnower Gebiet, von dem es später
losgelöst wurde und mit Sellin und Berg Sellin einen neuen Besitzkreis bildete.
Die Gründung des Dorfes dürfte Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgt sein. Für
das Jahr 1717 ist neben einer Schmiede und einer Schäferei auch eine Wassermühle
nachgewiesen. Auf der Feldmark waren die Vorwerke Grabow (zuletzt umbenannt in
Buchenhof)und Johannishof entstanden. Die Regulierung der
gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisse erfolgte 1826, an der 10 Bauern und 7
Kossäten teilnehmen. Die Ablösung der Restlasten geschah im Jahre 1852. Die
Gemeinheitsteilung 1855 hatte 9 Bauern, 2 Halbbauern, 6 Kossäten, 2 Halbkossäten und 6 Parzellenbesitzer. Neben dem Vorwerk
Johanneshof wurde ein neues Vorwerk Neu Johanneshof angelegt, das aber später
wieder eingegangen ist.
Gegen Ende des 2. Weltkrieges kam es zu einigen Gebäudeschäden, insbesondere
das v. Puttkamersche Herrenhaus wurde durch Feuer
zerstört. Der noch in der Heimat geborene Nachkomme der Familie von Puttkamer a.d.H. Versin, Georg-Jescow von
Puttkamer (geb. 1940) verstarb am 30.03.2026 in Bad Pyrmont. Hier sein Nachruf
von Kristen Hennige.
Kirchenbücher und Standesamtsunterlagen:
Kirchenbücher: siehe Alt Kolziglow
Personenstandsregister: siehe Barnow
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Erstellt von Jürgen Lux - Letzte Aktualisierung: 21.04.2026